Gutes Sprachenlernen

„Sprachen gut lernen und vorhandene Sprachenkenntnisse erfolgreich pflegen können“ ist „Sprachlernkompetenz“. Es handelt sich um eine Fähigkeit, die den lebensbegleitenden Umgang mit fremden Sprachen betrifft. Ihre Relevanz für das Leben in einem vielsprachigen Europa ist augenfällig. Doch zeichnet „gutes Sprachenlernen“ aus?

Gute Sprachenlernerinnen und -lerner können gut (= „intelligent“) raten, vor allem wenn es um Formen, Bedeutungen und Funktionen in einer neuen Fremd- oder Zielsprache geht.

Gute Sprachenlerner kommunizieren gerne in der Fremdsprache und möchten aus dieser Kommunikation lernen. Sie sind bereit, sich anzustrengen, um das, was sie sagen wollen, ‚rüberzubringen‘ und geben nicht gleich auf, wenn sie etwas (noch) nicht verstehen. Gute Sprachenlerner sind bereit, auch einmal als “dumm“ zu erscheinen, sofern dadurch die Kommunikation gelingt. Sie sind bereit, sprachliche Fehler zu machen, um daraus zu lernen und zu kommunizieren, denn sie wissen, dass niemand bislang eine Sprache erlernt hat, ohne solche Fehler gemacht zu haben. Sie akzeptieren ein gewisses Maß an Vagheit in der fremdsprachigen Kommunikaiton.

Zusätzlich zur Aufmerksamkeit für fremdsprachliche Kommunikation achten gute Sprachenlerner darauf, wie etwas gesagt oder geschrieben wird (treffende Ausdrücke. Welches Wort begleitet welches Wort usw.? Wer sagt was wie zu wem? Vgl. Die Biene sammelt Blütenstaub/Nektar. La abeja chupa/sorbe [saugt] el néctar, l’abeille butine [Nektar sammeln], the bee is gathering/collecting/drinking/sucking nectar, it. l’ape succhia il nettare). Gute Sprachenlerner sind aufmerksam für Sprachbeispiele.

Gute Sprachenlerner beobachten das eigene Sprechen/Schreiben, das eigene Hör- und das Leseverstehen sowie das Sprechen und Schreiben der anderen. Sie achten darauf, wie ihre Kommunikation ankommt und ob sie dem zielsprachlichen Standard entspricht.

Gute Sprachenlerner wenden die Zielsprache an, wann immer sie können.

Gute Sprachenlerner wissen, dass es, um eine Botschaft zu verstehen, nicht ausreicht, auf die Grammatik oder auf die Oberfläche der Rede zu achten. Sie sind daher sensibel für die kulturelle Seite der Zielsprache.

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