Gutes Sprachenlernen

Adressaten: Lernerinnen und Lerner

Sprachen gut lernen und vorhandene Sprachenkenntnisse erfolgreich pflegen und erweitern können ist Sprachlernkompetenz. Es handelt sich um eine Fähigkeit des lebensbegleitenden Umgangs mit fremden Sprachen. Ihre Relevanz für das Leben in einem vielsprachigen Europa ist augenfällig. Joan Rubin hat „gutes Sprachenlernen“ in nur wenigen Punkten zusammengefasst. Dort findest du, was gutes Sprachenlernen auszeichnet. Vielerlei Hinweise und Hilfen finden sich auch in den Europäischen Sprachenportfolios.

Gutes Sprachenlernen generell

Gutes Sprachenlernen ist individuell verschieden. Die Forschung spricht von der „Einzelgänger-Hypothese“ (Riemer). Dennoch lassen sich überindividuell gemeinsame Eigenschaften des guten Sprachenlernens finden. HIerzu gehören (unvollständige Liste) folgende interagierende Variablen:

Motivation: Lerner müssen eine (bestimmte) Sprache lernen wollen. Die Motivation kann intrinsisch, d.h. in Bezug auf die Zielsprachengruppe integrativ oder instrumentell, sein. Bei Letzterem steht der Nutzen der Sprache deutlich im Vordergrund, während in integrativer Motivation Sympathie für eine Zielgesellschaft und/oder die Zielsprache dominiert (oder beides).

Lernaufmerksamkeit: Gute Lerner beobachten das eigene Lernen (Lernmonitoring). Sie setzen sich Lernziele und registrieren, was sie tun (müssen), um diese zu erreichen. Sie sind aufmerksam gegenüber dem, was ihren Lernerfolg bewirkt, was ein relatives Scheitern – und ziehen Konsequenzen. In diesem Sinne entwerfen sie einen Lernplan. Orientierungspunkte für das Selbstmonitoring sind:

  • Was ist mein lernrelevantes Vorwissen? Lernmethodisch? Zielsprachlich? Mehrsprachig? Wie setze ich es ein? Wie sichere ich Nachhaltigkeit?
  • Was sind meine Lernziele in den Bereichen Hörverstehen, (interkulturelles) Sprechen, Leseverstehen, Schreiben? Mit welchen Methoden erreiche ich was?
  • Was sind meine Lernziele im Bereich Wissen über Sprache (Grammatik, Vokabular, Kommunikation u.a.m.) und Sprachenlernen bzw. Sprach(en)lernkompetenz?
  • Wie kontrolliere ich meinen Lernplan und dessen Einhaltung?

Interkomprehensiv lernen

Eine fremde Sprache entschlüsseln = interkomprehensiv erwerben bedeutet das reflexive Herangehen an eine umfassende Lernaufgabe. Schon dies erklärt die Bedeutung der interkomprehensiven Verfahren für die Entwicklung von Sprachlernkompetenz.

 

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