Lehre

Bitte beachten Sie die zum Download freigegebenen Artikel unter der Registerkarte in der Auswahlleiste; beachten Sie auch die in der „Lernwerkstatt“ bereitgestellten Informationen, die Sie gerne in Ihren Unterricht integrieren oder für diesen benutzen können.

Kompetenzen – Lehrwerke u. -materialien – Referenzrahmen – EuroComDidact ToGo

Lehrwerke unterschiedlichen Zuschnitts und unterschiedlicher Qualität existieren bekanntlich viele. Hilfreich für das Erlernen romanischer und germanischer Sprachen sind im Rahmen der Interkomprehensionsdidaktik die Publikationen der Editiones EuroCom-Reihen im Shaker-Verlag und ihren jeweiligen Unterabteilungen EuroComRom und EuroComGerm. Kleins & Stegmanns 7 Siebe sind in jedem Fall als romanistisches Grundlagenlehrwerk nützlich, das vor allem, aber keinesfalls ausschließlich, an Studierende der Romanistik gerichtet ist. Zu speziellen Sprachkontrasten unter Einschluss von Englisch wird man zu Henning, Klein & Reissner (Basismodul Englisch. Englisch als Brückensprache in der romanischen Interkomprehension) greifen. Für slawische interkomprehension Tafel et al.: Slavische Interkomprehension – Eine Einführung (eBook). Tübingen: Narr & Francke Attempt 2009 eine Hilfe.

Natürlich wurden in den romanischen Ländern zahlreiche Lehrwerke für romanische Interkomprehension entwickelt. Das wohl älteste Lehrwerk zum interkomprehensiven Ansatz, Eurom4, verfolgte das Prinzip, nur das zu lehren, was für romanische Muttersprachler interlingual ‚opak‘, also zwischensprachlich intransparent, ist. EuroComRom hingegen war von vornherein daran  gelegen aufzuzeigen, worin sich die einzelnen romanischen Sprachen voneinander unterscheiden; vor allem um Lernern zu helfen, zunächst fremd erscheinende Strukturen zu „demaskieren“.

Unter den Nachfolgewerken von Eurom4 und den jüngeren, z.T. digitalen, Lehrwerken und Lernplattformen von GALATEA und GALANET ist der Manual Interlat. Compreensão escrita em português, espanhol e francês / Comprensió escrita en portugués, español y francés / Compréhension écrite en portugais, espagnol et français von Gilda Tassara Chávez & Patricio Moreno Farías (Ediciones Universitarias de Valparaíso, Chile), sodann InterRom: intercomprensión en lenguas romances von Ana María Carullo et al. (Universidad Nacional de Córdoba, Argentina; ISBN (978-987-536-135-9).

Wo steht die Interkomprehensionsdidaktik (die in den romanischen Ländern zumeist als didactique du plurilinguisme, didattica del plurilinguismo… bezeichnet wird)? Hierauf versuchen Luc Collès, Jean-Louis Djufays und Costantino Maeder in Enseigner le français, l’espagnol et l’italien. Les langues romanes à l’heure des compétences (Bruxelles: de boek.duculot) eine Bestandsaufnahme. Wie der Titel andeutet, beschränken sie sich nicht auf die Erfassung der Komprehension.

Neben den Lehrwerken im eigentlichen Sinne hat die Interkomprehensionsdidaktik Materialien für den Einsatz im Unterricht (z.B. der Sekundarstufen 1 und 2) entwickelt.

Referenzrahmen: Der GER zeigt eine deutliche Offenheit für die Mehrsprachigkeit, und in einer Vielzahl von Dokumenten haben der Europäische Rat und die Europäische Kommission zum Erwerb mehrerer Sprachen ermuntert. „Mindestens Muttersprache+2 Fremdsprachen operabel in den vier Grundkompetenzen Hören-Sprechen und Lesen-Schreiben können“ ist die Leitlinie für das „mehrsprachige Minimum“. Der Anspruch ist hoch, aber erreichbar und bzgl. des Merkmals „mindestens“ offen. Die Leitlinie erfordert eine Öffnung der mehrsprachigen Bildung im Sinne von mehr Diversifizierung des Fremdsprachenunterrichts und der Abstufung hinsichtlich der Kompetenzniveau-Ziele. Methodisch setzt der Unterricht auf reflexives Lernen und das Vergleichen korrespondierender sprachlicher Schemata. Hier findet die Interkomprehensionsdidaktik (im Sinne der Mehrsprachenerwerbs) weitere Legimität. Dabei ist zu bedenken, dass für diesen Ansatz typische Lernziele und Methoden auch im regulären und traditionellen Unterricht ihren regelmäßigen Platz finden.

Leider bleibt der GER in der Fassung von 2001 methodisch hinter diesem Ziel zurück. Dies betrifft insbesondere die Entwicklung einer sog. integrativen Fremdsprachendidaktik. Sie versucht, konzeptionell und methodisch intelligente – synergetische – Lernwege zur Mehrsprachigkeit zu entwickeln. Der Referenzrahmen für Plurale Ansätze (RePA) will diese Nachteile kompensieren. Die Referenzbereiche des in mehreren Sprachen vorgelegten RePA betreffen:

  • das interkulturelle Lernen
  • die Interkomprehension
  • Sprachenbewusstheit
  • die integrative Didaktik

Bemerkenswert ist das Kompetenzmodell des RePA, Es betont in Anlehnung an den GER die Verbindung der volitionalen (Einstellungen, skills, savoir-être), wissens- (Wissen, knowledge, savoir) und könnensbezogenen Kompetenzdomänen, deren jeweilige Ressourcen in jedem intendierten (nicht-inzidentellen) Tun zusammenwirken müssen, damit überhaupt zielgerichtetes Lernen (Handeln) ermöglicht wird.

Kompetenz meint immer Handlungswissen. Eine Kompetenz ist daher immer auch durch einen Mix von Wissens- und Handlungsschemata komponiert. Das Kompetenzmodell des RePA spricht daher von Prädikaten und Objekten, die miteinander verbunden werden müssen, um Handlung zu generieren. Da i.d.R. Handeln komplex ist, müssen Objekte (Ressourcen) aus mehreren Domänen und von mehreren Prädikaten interagieren können.

Die Arbeit mit dem RePA war Gegenstand zahlreicher Lehrerfortbildungen und Seminare. Eine Kurzform zum Begriff der Kompetenzen und der Deskriptoren, welche indirekt und weitgehend die deutschen Abiturstandards erläutern, bietet Band 2 (vgl. S. 8ff.) der Giessener Fremdsprachendidaktik:online.

Im Fall der Interkomprehension sind die Domänen des Lesen-Könnens, darunter des sprachlichen Verstehens und des inhaltlichen Verständnisses betroffen.

Im Rahmen des Miriadi-Projektes http://eurocomdidact.eu/wp-content/uploads/2019/06/Miriadi_logo.jpg
entstand ein Referenzrahmen für
interkomprehensive
kommunikative Kompetenz
(Référentiel de compétences
de communication plurilingue en
intercompréhension
). Er beschreibt sowohl die Interkomprehension als auch die Interkommunikation.

Grundwortschatz der romanischen Mehrsprachigkeit: Auch die Didaktik der romanischen Sprachen der Justus Liebig-Universität Gießen ist Partner im Miriadi-Netz. Ihr Anteil bestand in der Erarbeitung eines Minimalwortschatzes der romanischen Sprachen. Dies erklärt die Erstellung des grundwortschatzlichen Anteils der Kernwortschatzes der romanischen Sprachen. Dessen Datenbasis umfasst die zielsprachlichen Vokabeln mit einem Frequenzrang <2000. Da von vornherein klar war, dass die erforderlichen Ressourcen an lexikologischer, didaktischer und informationstechnologischer Expertise über den Förderungsrahmen hinausgehen würden, erklärt, warum die erforderlichen Mittel zur Herstellung einer über die Begrenzung „Frequenzrang <2000 hinausgehenden Kompilation und Bereitstellung“ im Rahmen von EuroComDidact geschehen sollte. Diese Entscheidung unterstützt die Forderung nach Dissemination von EU-geförderten Projekten (vgl. den Reiter „Romanischer Kernwortschatz“).

 

Facebooktwitterredditpinterestlinkedinmail